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Die unsichtbaren Leitplanken

Wieso unsichtbar ?

Jetzt fragt sich doch jeder warum es nicht mehr Wissen bei den Wählern und Bewerbern um Mandate gibt wo solche einschränkenden Faktoren liegen.

Eine Möglichkeit der Erklärung : es ist etwas weniger angenehm den Handlungsspielraum als begrenzt wahrzunehmen und anschließend zur Kandidatur zu Motivieren.

Die Kommunalpolitik täte deshalb gut daran die Schlüsselstellen bei Entscheidungen bekannt zu machen damit Beteiligungsverfahren durch Beteiligung gestützt und Bürger wissen wo die Weichen gestellt werden damit sie ihre Vertetung entsprechend organisieren können.

Das ist auch eine Machtfrage! Wenn die „wissenden“ ihre Vorstellungen passend platzieren können und die „unwissenden“ dadurch an Einfluss beschnitten werden , verschärft das eine Bildung von Zirkeln, von Blasen, von Pseudo-eliten, weil ein Streben nach eigenem Einfluß für Menschen keine ungewöhnliche Denkweise ist.

Das heißt wer die Abläufe kennt, wer Zugang hat, wer Reichweite hat kann mehr Einfluß haben als vorgesehen und die eigentlich den Kurs „wählenden“ stehen immer wieder als beinah schon „kalt-gestellt“ da. So erzeugt man unzufriedenheit. So erzeugt man das Gefühl es ändert sich nichts. Verdruss statt Teilhabe.

Die Folge ist eine Aufgabenstellung die von mehreren Seiten kommt. Die Gesetzgebende Seite stellt Aufgaben und die Bürger stellen Aufgaben. Während die Bürger eine Behandlung der kurzen Wege als Gedanken haben, steht Staatlicherseits eine Bürokratie die Erfüllung von Vorgaben, abarbeiten von Listen, weiterreichen von Verantwortung liebt.

Eine Stadt erhält die Vorgabe eine Planung aufzustellen. Kann Verkehr sein, kann Gewerbe sein, kann Schulen und Bildung umfassen oder Wohnen. Heute auch Wärme und Vorranggebiete. DIese Planungen sind keine 1 Jahres Pläne, keine 5 – Jahres Pläne, eher 10-20 Jahre sollen „geplant“ werden. Sie entstehen dann mit Gutachten und expertisen, mit Zielsetzungen und Berichten, mit Festlegungen die manchmal nicht herausgelöst werden können.

Der Umfang der Themen im Stadtrat und die Zeitschiene erschweren den Überblick. DIe vielen Maßnahmen und Pläne und Verpflichtungen der Verwaltung positionieren zahlreiche Leitplanken . Legt man als Ziel ÖPNV stärken fest, hängen veränderungen an den Daten der Vergaben für die bereitstellung des ÖPNV weshalb ein Gemeinderat zwar kleinere Änderungen einleiten kann aber größere zu dem jeweiligem Datum der Vergabe für x-y-z-Jahre angebunden sind. Wer in einen Gemeinderat will hat also eine Leitplanke in form der Zeitschiene auf der ein Thema läuft. Zudem eine weitere Leitplanke in der langfristigen Zielsetzung. Das multipliziert und kombiniert sich mit jedem Teilaspekt und was einmal installiert ist ist schwer wieder zu verändern.

Welcher Bereich liegt im Zugriff der Räte ?

Machen sich die Kandidierenden vorher Gedanken wo sie wirken werden und wo nicht ?

Wer zur wiederwahl antritt, durfte kennenlernen was in seinen Bereich fällt. Für die möglichen „neuen“ heißt es entweder vorher Informationen sammeln oder bei Mandatserteilung versuchen hineinzufinden in den Betrieb.

Der Landkreis befasst sich mit Einrichtungen für mehrere Gemeinden. Zudem ist er ein Teil des Staates mit staatlichen Aufgaben. Kreisfreie Gemeinden können mehr selbst bestimmen, als Gemeinden innerhalb eines Landkreises. Deshalb würde zB die Große Kreisstadt Landsberg eine Entscheidung im Bauwesen regeln können ohne vom Landkreis überstimmt zu werden während ein Markt zwar selbst handeln darf aber den Kreis als darüber liegenden Entscheider hat und es vorkommen kann das betroffene versuchen etwas vom Kreis zu bekommen was die Gemeinde verweigerte.

Trete ich an um im Feld „Mobilität “ zu wirken, muß mir bewusst sein das es keine völlige Gestaltungsfreiheit gibt sondern eine STVO für alle, muß ich damit arbeiten das ich kein “ Muster “ keine “ Schablone für alle “ sein kann . Hat mein Thema Auswirkungen , weil zB ein Wettbewerb zwischen Gemeinden entstehen kann , sollte ich vielleicht keinen Nachbarschaftsstreit vom Zaun brechen. Man sollte die Grenzen die es gibt kennen.

Der Wirkungskreis ist erlernbar. Er wird sich vermutlich kaum ändern. Er ist nur einer der vielen Rahmen um die Tätigkeit herum. Wer vorbereitet sein will sollte sich einlesen wo sein Wrikungskreis jeweils sein wird um nicht enttäuscht zu werden.