Was bekommen die Empfänger der Wahlaussagen wirklich ?
Wir haben einen Kreis an möglichen Kandidaten, wir haben Grenzen die diese nur bedingt beeinflussen können, wir haben in den Wochen bis zur Wahl eine Reihe von Aussagen zu den Themen und eine Selbstdarstellung der ein Mandat anstrebenden.
Der Bekanntheitsgrad trägt weit. Die Chancen stehen besser für „vertraute Gesichter“ und es dürfte kaum überraschen das Bewerber mit nach außen ausgerichteter Persönlichkeit leichter von sich einnehmen können.
Hinter den Einzelnen Kandidaten bestehen Parteien und Vereinigungen, ein Sammlungsbecken, möglicherweise etwas anleitend was die Richtung und die Themen angeht.
Quelle für die Themensetzung und Aussagen sollte in einer Gemeinde sein was die Gemeinde, die Bürger, bewegt. Die notwendige Kommunikation dafür ist leider nicht immer gegeben. Oft läuft ein Austausch mehr zwischen einzelnen „sich aktuell betroffen fühlenden“ und Gemeindepolitik zu Themen die in ihrem Umfang von „einer handvoll Personen“ bis zu „ganzer Ortsteil “ reichen.
ES entsteht eine Lücke. Kommunalpolitik hat langfristige Handlungsstränge und Parteiprogramme und lokale Spezialthemen. Bürger sind nicht so besonders scharf auf trockene Programme und Abläufe die sie Jahrelang verfolgen müssten.
Wie kommt nun der Mandatserstrebende zu seinen „Angeboten“ und zu seiner Ausrichtung um besonders „wählbar“ und damit erfolgreich zu werden ?
Manche stellen ihre Tätigkeiten nach vorn ins Schaufenster. Zählen Eigenschaften auf die sie sich selbst zuschreiben. Versuchen keine „negativen“ Punkte zuzulassen, keine Ecken und Kanten mit Reibungsrisiko sondern nur „positives“ .
Und genau so lesen sich dann die Digitalen und gedruckten Wahlmittel.
Ab und zu bestehen Themen die eine Positionierung erzwingen. Wo es kein ausweichen gibt. Dann stellen sich die Listen und Kandidaten leichter verortbar auf ( nun soll es ja vorkommen das nach der Wahl…) .
Die Zwickmühle für die Wähler ist die Suche nach dem passenden Angebot zwischen lauter Werbeaussagen, wohl wissend das sie bestenfalls beim nächsten mal anders wählen können um irgendeine Rückmeldung zu ihrer Zufriedenheit mit der Umsetzung auszudrücken. Aber alle 6 Jahre einmal ? Da wirkt eine gewisse Vergesslichkeit, ein möglicherweise „Pest oder Cholera“ Angebot, das Risiko hier Prügel zu beziehen ist begrenzt.
In unserer Bürokratie frisst die Planung und Genehmigung und Verfahren viel Zeit. Wahlversprechen können in einem Rahmen von 6 Jahren auch so langsam in der Umsetzung sein das jemand altersbedingt ( oder zB Umzugsbedingt ) ausscheidet bevor man beurteilen kann was das Ergebnis ist. Natürlich steht durch die Abstimmung in Räten eine Grenze in Form von notwendigen Mehrheiten. Praktisch bedeutet es das sehr gegensätzlich zusammengesetzte Räte mehr Diskutieren, vielleicht länger brauchen um Einigkeit herzustellen. Andererseits können sehr „konforme“ , fast schon Unterschiedslose Zusammensetzungen, möglicherweise schneller Punkte abhaken aber die Bandbreite der Gemeinde schlechter vertreten und vertreiben langfristig die Wähler vom mitmachen hin zu Opponieren. ( zB Bürgerinitiativen ).
Versprochen wird Kompetenz. Versprochen wird bezahlbarkeit. Versprochen wird weniger belastung. Versprochen wird Forderungen zu erfüllen. Das Problem an den Versprechen ist die Kontrollmöglichkeit.



